Was hältst Du zurück? – und andere Themen im Bewegungsapparat

Diese Erfahrungsberichte wurden auf der 8. META-Health Conference in Mumbai 2017 geteilt.
Mit Dr Kwesi Anan Odum, Gita Jayakumar, Kavita Freedom & Dr Anton Bader

Gita Jayakumar, META-Health Master Trainer, Chennai:
Eine 70-jährige Klientin war an den Rollstuhl gefesselt und total abhängig von der Hilfe ihrer Familienangehörigen. In unserer Arbeit kam heraus, dass sie mitten in der Nacht auf der Intensivstation sexuell berührt worden war! Wir befreiten ihre Emotionen, und ihre Füße erholten sich – da geht es bei Lähmungen ja darum, dass man z B nicht entfliehen kann. Da sie sich in ihrer Umgebung nie frei und ungezwungen unterhalten konnte, bat ich den Physiotherapeuten, bei ihr im Raum zu bleiben. Ich fragte ihn dann, worum es bei ihr ging, und er sagte, ich solle an ihrer Gesäßmuskulatur arbeiten. Mich verwunderte das, denn ich arbeite ja nie nur lokal. Das Problem ist normalerweise nicht da, wo es schmerzt. Man schaut nach den Triggerpunkten, den Faszien etc., nicht nur nach Muskeln und Knochen. Ich bat dann den Physiotherapeuten, aus dem Raum zu gehen, und fragte sie: „Was versuchen Sie zu verstecken, oder zu besitzen?“ – denn das ist auch was Kinder tun – sie setzen sich auf das, was sie nicht vorzeigen wollen. Da kam es heraus: Sie hatte Angst, ihren Mann zu verlieren, wenn sie ihm erzählte, dass sie belästigt worden war – mit 70! Wir arbeiteten daran, sie sprach mit ihrem Mann, und jetzt läuft sie wieder treppauf und treppab. Das Ganze geschah innerhalb einer Woche!

Kavita Freedom, META-Health Practitioner, Pune:
Ich habe viele Klienten mit Beschwerden der Lendenwirbelsäule und des Ischiasnervs. Dieser Nerv läuft zwischen 2 großen Muskeln, und der Konflikt dahinter ist in meiner Erfahrung ein Gefühl des Gefangenseins in der Falle; dafür machen sie sich verantwortlich. Wenn wir das bearbeitet haben, nehmen die Nervenschmerzen beträchtlich ab. Wenn ich das dann mit Bowen-Therapie integriere, heilen sie komplett.
Ein Klient von 40 Jahren kam zu mir und zog das linke Bein nach. Die Ärzte konnten im nicht helfen, ausser den Schmerz mit Medikamenten zu lindern. Er war ständig am reisen, von einem Treffen zum nächsten, undkonnte sich überhaupt nicht um sich selbst kümmern. Er wollte auch keine Zeit in unsere Arbeit investieren. Ich riet ihm zu Bowen-Therapie, und er machte mit. Während der Sitzungen redete ich aber mit ihm in der META-Sprache: „Wo fühlen Sie sich gefangen?“ und er antwortete:“auf der Arbeit“. Mit META und Bowen zusammen verschwanden alle Symptome innerhalb von 3 Monaten.
In der Bowen-Therapie arbeitet man mit den Händen, mit ganz leichten Berührungen an bestimmten Körperzonen, um den Selbstheilungsprozess zu starten. Es ist sehr gut für Menschen, die nicht so kognitiv arbeiten können, und ich benutze das zusammen mit META-Health.

Dr Kwesi Anan Odum, META-Health Master Trainer, UK:
Ich arbeite mit der Lüscher-Farbdiagnose. Wir reden hier über Muskeln, Sehnen und Knochen, also gehts um Action! Diese beiden Damen präsentieren sich heute in der Farbe von Action. Welche ist das? Rot natürlich. Und Schwarz verstärkt das. Also die Frauen gehen ran, während Anton und ich, in Grau, wir verstecken etwas… (Lachen)
Anton, was ist es, dass Patienten mit Lähmungen oder MS zurückhalten? Was verstecken sie?

Dr Anton Bader, META-Health Master Trainer, Heilbronn:
Ich hatte einen interessanten Fall mit einem Paar: die Frau bringt ihren Mann in die Praxis, der seit 1/2 Jahr die Diagnose MS hatte. Er war ein „hohes Tier“ in einer Firma, hatte eine Sonderposition. Vor 1/2 Jahr hatte er erfahren, dass er nicht der erste Freund seiner Frau war! Sein ganzes Weltbild fiel zusammen. Er wollte das auch nicht akzeptieren. Wir machten einen interessanten Therapieansatz: jedesmal nach einer Stune Physiotherapie (mit jungen Therapeutinnen) ging es ihm wesentlich besser. Der Plan war, dass er 3 Monate lang von einer Physiotherapeutin zur nächsten gehen sollte, aber das hat er nicht mitgemacht.

Dr Kwesi Anan Odum: Menschen von hohem Rang, die auch sehr fixiert darin sind, übernehmen nicht die Verantwortung für ihre eigene Entwicklung. Wenn Menschen offen sind dafür, Selbstverantwortung zu übernehmen und ihre Konflikte aufzudecken, dann können sie heilen.
Kavita, hast Du auch Kinder als Patienten?

Kavita Freedom: Nein, eigentlich nicht. Aber ich habe eine Klientin mit Plattfüssen, sie ist erst 10. Wenn sie stand, war der Abstand zwischen ihren Füßen 15cm. Man riet ihr zur Operation, undich verabredete mit der Mutter, es zunächst mit meiner Arbeit zu versuchen. Sie war noch zu klein, um mit Fragetechnik zu arbeiten, also ging ich wieder zu Bowen über. Inzwischen ist der Abstand auf 5cm reduziert und wir arbeiten weiter, vielleicht braucht sie keine Operation.

Dr Kwesi Anan Odum: Ich möchte noch den Fall einer Mitt-Fünfzigerin in Norwegen erzählen, die vor ein paar Jahren mit MS diagnostiziert wurde. Ich fragte sie, wo sie sich zurückhielt und sich nicht physisch ausdrücken konnte? Sie erklärte sofort: der Mann war Manager einer großen Firma, sie nur Hausfrau. Wenn der Mann heimkam, wollte er umsorgt werden und entspannen. Die Frau liebt es, Klavier zu spielen, aber ihr Mann wollte seine Ruhe, es war ihm zu laut! Als gute Gattin hörte sie auf zu spielen. Sie gab ihre eigene Natur auf, und entwickelte MS. Es kann wirklich etwas so Simples hinter MS stehen, wie die Aufgabe des Klavierspiels!

Kavita Freedom: Ich hatte auch einen Fall von Parkinson, zum Glück in sehr frühem Stadium. Der Konflikt war, dass er nie von seinem Vater anerkannt wurde. Aber als dies zum ersten Mal geschah, er bekam ein wenig Anerkennung, da bekam er also Parkinson. Er muss daran arbeiten, dass er diese Bestätigung nicht mehr braucht, dass er eine eigene Identität hat. In diesem Fall erreichten wir keine komplette Heilung, aber die Lähmung entwickelt sich nicht weiter. Er kann sich bewegen, und seine Sprache wurde etwas besser.

Dr Kwesi Anan Odum: Wir erkennen uns selbst nicht genug an, und auch nicht unsere Freunde und Familie. Wenn man mit über 30 noch abhängig ist von den Eltern und deren Anerkennung, das ist nicht richtig. Es kommt die Zeit, wo wir selbst über unser Leben bestimmen müssen. Die kindlichen Strategien behindern uns dann. Wir müssen lernen, loszulassen und uns neu zu definieren, das ist sehr wichtig. Schon wenn wir über Selbstwert, Selbstregulation, Selbstbewusstsein sprechen, erniedrigen wir uns dadurch. Die Sprache bewirkt, dass wir uns unwert fühlen, uns beweisen müssen, da muss man sehr achtsam sein.

Typische emotionale Assoziationen können sein:

Assoziationen im Bewegungsapparat

Natürlich muss der individuelle Hintergrund und Nebenfaktoren mit bedacht werden.
Diese Information ist keinesfalls als medizinischer Rat aufzufassen.

Lerne mehr über den Bewegungsapparat im META-Wiki!

Bilder: IMMA (bearbeitet von Kora Klapp)

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